Angekommen und ich bin weg

Irgendwie komisch, immer wenn meine Schwester nach Hause kommt, werde ich so unwichtig, ja fast unsichtbar. Mir hört keiner zu, wenn ich etwas beim Abendessen zu berichten weiß. Nein, ich habe Sendepause, bis meine Schwester nach ein paar Monaten wieder verschwindet. Ich liebe meine Schwester, aber irgendwie war immer Konkurrenz. Nicht wir haben die Konkurrenz gemacht, das wäre uns nie eingefallen, uns trennen 8 Jahre. Unsere Eltern haben mir diesen Druck gemacht. Sie war immer gut in der Schule, alles Einsen. Ich dagegen krebse mit Zweien und Dreien, manchmal auch mit einer Vier (Englisch) durch die Gegend. Bin ich nur neidisch auf meine Schwester? Nein, ich glaube nicht. Ich bin vollkommen anders wie meine Schwester und will nicht in dieselbe Schublade gesteckt werden. Ich weiß mittlerweile was Liebe ist, und wenn ich mit ihr darüber sprechen wollte, sie würde es nicht ernst nehmen. Ich hab ganz andere Ziele und Wünsche, und ich hasse es zu wissen, dass sie raucht.
...Ich bin ganz anders, und trotzdem ist sie meine Schwester...
Aber ich habe gemerkt, dass ich sie nicht mehr so vermisse. Wenn sie wieder Monate weg ist, dann denk ich nur selten an sie. Wir haben wenig Gemeinsamkeiten, ja das stimmt schon. Und vll sind wir mittlerweile soweit von einander entfernt, dass sie nicht mehr so wichtig ist, für mich... Denn ich weiß so gut wie gar nichts von ihr, was sie bewegt, an was sie denkt ect. Es bleibt alles verborgen. Ich weiß nicht einmal, ob sie jemals einen Freund hatte...
Früher, als sie uns verlassen hatte, um studieren zu gehen, da hab ich mich einsam, im Stich gelassen gefühlt, damals so ganz alleine. Nun hab ich mich daran gewöhnt, und doch wünsche ich mir jemanden, der bei mir ist...

Diesmal bleibt sie nur 3 Tage, dann fliegt sie nach Dublin. So lange können wir ja noch gemeinsam die Nanny schaun

1.11.06 11:13
 


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